1. FC Köln: Bei Abstieg zahlt der Hauptsponsor knapp 3,5 Millionen Euro weniger

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Europa-League-Teilnehmer tief in der Krise: 1. FC Köln: Bei Abstieg zahlt Hauptsponsor REWE knapp 3,5 Mio. Euro weniger

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Der 1. FC Köln liegt nach einem miserablen Saisonstart weit abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der Bundesliga. Zu den Problemen auf dem Platz kommen auch die Abstriche auf dem Konto – uns liegen exklusiv Zahlen vor, die für den Fall des Abstiegs Dramatisches erwarten lassen.

Die Verantwortlichen rangen um die passenden Worte. Wieder einmal verloren, wieder einmal keine Stürmer-Tore, und wieder einmal Pech mit dem Schiedsrichter.

Nach der Niederlage am Freitagabend beim VfB Stuttgart nimmt die Krise des 1. FC Köln beängstigende Züge an. Ein Punkt nach acht Spielen, letzter Tabellenplatz und eine Verletztenmisere, angeführt von Nationalspieler Jonas Hector.

Bei einem Abstieg, so erfuhr FOCUS Online aus Vereinskreisen, wird der Hauptsponsor REWE seine Zuwendungen für das Gründungsmitglied der Bundesliga stark reduzieren: Anstatt 5,8 Millionen Euro Fixum für die kommende Saison wird der Club in der 2. Liga nur 2,4 Millionen Euro erhalten.

1. FC Köln schien wieder obenauf

Soweit ist es längst noch nicht: Derzeit aber liegen die Kölner am Boden. Sportdirektor Jörg Schmadtke stimmte in Stuttgart schon mal Durchhalteparolen an.

Nach einigen Seitenhieben gegen den Referee gab er ein Bekenntnis zu Trainer Peter Stöger ab. Der Coach sei kein Thema, betonte der Schmadtke. Genauso wenig wie er selbst.

Immerhin stehen die beiden Namen für den sensationellen Aufschwung der vergangenen vier Jahre. Zuletzt folgte dann der Scoop in der vergangenen Spielzeit mit dem fünften Platz in der Abschlusstabelle.

Der FC schien wieder obenauf. Direkte Qualifikation für die Europe League, Mailand, London, Valencia – auf dieser Ebene rangierten die Kölner wieder nach jahrzehntelangem Rumdümpeln zwischen 2. Liga und Bundesliga.

Pläne mit neuem Stadion

Befeuert durch den Erfolg setzten die FC-Oberen um Präsident Werner Spinner die Stadtspitze unter Druck. Eine neue Arena sollte her. Weg vom Gängelband hoher städtischer Stadionmieten, hin zum eigenen Fußballrund mit bis zu 75.000 Zuschauern, also 25.000 mehr als zurzeit. Millionenmehreinnahmen garantiert.

Sollte das Projekt nicht an der Traditionsstätte in Köln-Müngersdorf realisierbar sein, dann dachten die FC-Planer an einen Umzug jenseits des Stadtrandes nebst neuer Verkehrsinfrastruktur. Planspiele sind in der Mache, Architekten haben längst Entwürfe vorgelegt.

Und nun das: 1:2 in Stuttgart, weiter Tabellenletzter in der Liga, zudem letzter Platz in der Euro-League-Gruppe trotz guter Leistungen.

Schmadtke und Stöger haben sich verzockt

Eines ist schon jetzt klar: Sportdirektor Schmadtke (ruhig, ruhig, ruhig, so das Motto) und sein Partner Stöger haben sich dieses Mal verzockt. Anstatt aus dem überraschendem Erfolg mit der Europa League richtig Kapital zu schlagen, investierte der Club in die mittelfristige Zukunft.

Goalgetter Anthony Modeste wurde quasi nach China gebeten, um die 30 Millionen Euro Ablöse zu kassieren, dafür kaufte man flugs Jhon Cordoba, einen sehr engagierten, aber bis jetzt glücklosen Stürmer aus Mainz, für schlappe 17 Millionen Euro.

Dazu kamen teure Nachwuchstalente, die in der Mannschaft von Übermorgen eine Chance haben dürften, den Verein aber aktuell nicht weiterbringen.

Die personelle Malaise zieht sich durch alle Mannschaftsteile. Statt gestandene Profis anzuheuern, hat Köln auf junge Hoffnungsträger gesetzt, die aber keine Tore schießen und wenig Erfahrung im Abstiegskampf mitbringen.  

Kölner Macher wollten Erfolg vergolden

Dabei hatten sich die Vereinsbosse diese Spielzeit ganz anders vorgestellt. Beseelt durch den sich abzeichnenden Erfolg 2016/17 unterbreitete Alexander Wehrle, der Mann für die Finanzen beim 1. FC Köln, seinen Gesprächspartnern vom Handelskonzern REWE seinerzeit ein exorbitantes Angebot.

Für einen neuen Werbevertrag vom Sommer 2018 bis 2021 hatte Wehrle nach Informationen von FOCUS Online ein teures Paket geschnürt. Die Macher vom Geißbockheim wollten den Erfolg der Mannschaft vergolden – ein satter Aufschlag sollte drin sein.

Schließlich winkte die Qualifikation für die Europa League, zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert.

Nach langen Jahren des Abstiegs schien der Aufstieg in die Premiumklasse im europäischen Profifußball zum Greifen nahe. Das sollte sich selbstverständlich auch in monetärem Zugewinn ausdrücken. Der Hauptsponsor REWE war also gefordert.

Werbevertrag weitaus niedriger als gedacht

Als die Konzern-Manager aber den FC-Vorschlag analysierten, kamen sie insgesamt auf mehr als acht Millionen Euro pro Saison.

Der Sponsor winkte ab: zu viel, bedeutete REWE den FC-Bossen. Schließlich waren bisher als Basis-Fixum 4,6 Millionen garantiert, und nun sollte man gut drei Millionen draufzahlen? Freundlich bat man die FC-Verantwortlichen, ihr Angebot auf realistische Dimensionen abzusenken.

Währenddessen zogen die Kölner und ihr Stürmerstar Modeste einen enormen Schlussspurt an und schafften überraschend den fünften Platz.

Hinter den Kulissen aber feilschten die Finanzexperten des Clubs mit ihrem Hauptsponsor um einen neuen Werbevertrag. Und der fiel nach Informationen von FOCUS Online weitaus niedriger aus als bisher kolportiert.

Anstatt sieben Millionen garantiert REWE nur 5,8 Millionen Euro. Der Kontrakt ist extrem leistungsbezogen: Sollte Köln den Erfolg der vergangenen Spielzeit wiederholen, kämen noch einmal 750.000 Euro oben drauf. Die Staffelung zusätzlicher Prämien reicht bis Platz 13 herunter. Selbst dafür gäbe es noch 100.000 Euro.

Abstieg würde Köln um Jahre zurückwerfen

Ähnlich sportlich sieht es beim Pokalwettbewerb des DFB aus: Beim Cup-Gewinn winken 800.000 Euro. Schon bei Erreichen des Viertelfinales erhält der Verein 200.000.

Noch üppiger, weil utopischer, würde im Falle eines Sieges im Finale der Europa-League gar eine siebenstellige Summe fließen. Angesichts des jetzigen Tabellenplatzes 18 eine tragikomische Vorstellung. Wer würde schon an das Wunder glauben, dass der FC nach diesem verkorksten Saisonstart erneut an die Europa-League-Pforte klopfen könnte?

Kein Zweifel, nach der unglücklichen Niederlage in Stuttgart kämpft das Team endgültig gegen Abstieg. Auch für diese größtmögliche Katastrophe sieht der neue Werbekontrakt mit REWE eine Regelung vor: In der zweiten Liga würde Köln nur noch 2,4 Millionen Euro kassieren. Kein Obolus, mit dem man große Sprünge machen kann.

Bei der Summe wären die bisher so erfolgreichen Manager Jörg Schmadtke, Trainer Peter Stöger und Präsident Werner Spinner wieder an dem Punkt angelangt, an dem sie vor vier Jahren gestartet sind.

Video: Trainer Stöger nennt Gründe für die Krise

Im Video: Lkw hängt unter „Idiotenbrücke“ fest – lange Staus



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